Schutzengel (April)

Mein allererster Eindruck – etwas zum Schmunzeln: Die Engel-Figur hat ja hoch stehende Haare! Was ist mit dem Kopf los? Und „Schutzengel“? Eine leuchtende Figur mit einer spitzen Waffe in der Hand? Die soll Schutz bieten? – Zwei Gedanken dazu:
Der Gottesdienst stand unter dem Thema »Engel«. Eine Freundin stand auf und sagte: Ihr mögt lächeln, aber in diesem Punkt bin ich kindlich naiv, ich glaube an Schutzengel. Dann erzählte sie von einer Bewahrung, die sie erlebt hatte. Auf dem Nachhauseweg dachte ich über meine Schutzengel-Erfahrungen nach, und siehe da, mir kamen sofort einige in den Sinn: Als Teenager zum Beispiel knallte eine sich öffnende Autotür gegen mein Fahrrad, als ich gerade in hohem Tempo einen Berg hinab raste. Ich hätte stürzen und mich schlimm verletzen können, aber dankenswerterweise kam ich mit einem Schubser zur Seite davon. Beim Basteln geriet ich mal mit zwei Fingern in eine Steckdose. Außer einem kräftigen Stromschlag passierte nichts. Ich glaube, dass Gott mich vielfach bewahrt hat; ich könnte auch sagen: Gott hat Schutzengel geschickt.
Ein zweiter Gedanke: In der biblischen Ballade über Bileam und seine Eselin dichtet Klaus-Peter Hertzsch*:
Gott schickt den Engel mit dem Schwert,
und plötzlich war der Weg versperrt.“
Weil Bileam auf einem Abweg war. Weil er zum Fluchen aufbrach und nicht zum Segnen. Der „Engel mit dem Schwert“ bewahrt Bileam davor, diesen heillosen Weg weiter zu verfolgen. Katrin Roschers Schutzengel bringt mich zum Nachdenken: Muss ich vielleicht an manchen Stellen vor mir selbst geschützt werden? Dann wäre das sich-in-den-Weg-Stellen dieses Engels sehr segensreich. Vielleicht sträubt sich ihm ja das Haar über mein Verhalten... (Die Geschichte mit Bileam, der Eselin und dem Engel steht übrigens in Numeri 22-24.)
* Klaus-Peter Hertzsch, Der ganze Fisch war voll Gesang, Radius-Projekte 31, S. 14

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