
Oops! Kaum schaue ich hin, da ist er nur noch von hinten zu sehen. Was war das? Ein Engel? Nur eine Täuschung? Jedenfalls: Ich bin berührt. Ich will weiterdenken. Will mich inspirieren lassen. In den Sommermonaten sind viele unterwegs, sind in Bewegung. Jakob war es auch. Keine angenehme Reise. Flucht vor dem Zorn des Bruders, den er ausgetrickst hatte. Als es Nacht wird, muss er dringend mal schlafen. In der Steppe findet er nur einen Stein als Kopfkissen. Innerlich und äußerlich: sehr ungemütlich. Aber sein Traum ist gut: Er sieht Engel, die in Bewegung sind. Und er hört Gottes Stimme, die ihm Gutes zuspricht. Am Ende des Traums lese ich in der Bibel: „Da wachte Jakob auf und rief aus: »Tatsächlich: Gott ist an diesem Ort, und ich habe es nicht gewusst!«“
Katrin Roscher nennt ihr dynamisches Bild ›Engel im Vorübergehen‹. Manchmal reicht eine kleine Berührung, um etwas Gutes in mir auszulösen. Wie Jakobs Engel-Traum. Wie eine Ahnung: Tatsächlich, in dieser schweren Situation war ich nicht alleine. Gott war da! – Was bleibt von dem ›vorübergegangenen‹ Engel? Das Bild zeigt es: Bewegung, Kraft, Licht im aufgewühlten Meer des Lebens. Ein Mensch, den Gott im ›Vorübergehen‹ berührt, kann sich glücklich schätzen: Das Le-ben kann anders weitergehen.
Welcher Impuls hat Jakob geweckt? Wobei wachte er auf? Die Bibel erzählt es großartig. Jakob hört als letztes in seinem Traum Gottes Zuspruch: „Ich bin bei dir und behüte dich, wohin du auch gehst.“ Das ist mehr als ein ›Vorübergehen‹, das ist Gottes ›Mitgehen‹.
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