
Der Engel für den Mai heißt bei Katrin Roscher einfach nur „Jubel“. Normalerweise fällt mir bei Engeln nicht Jubel oder Lob ein. Höchstens bei dem Engel, der den Hirten ankündigt: der Retter ist geboren, nämlich Jesus. Dann heißt es in der Bibel: Und dann waren viele Engel bei ihm, „die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ Katrin Roschers Bild verbindet auch Himmel und Erde: Oben das himmlische Blau - hinter dem Engel noch ein verdeckter Lichtschein - und unten das Braun der Erde. Der Engel reckt die Arme in den Himmel. Das machen wir beim Jubeln. Aber es ist auch die Haltung des Gebets: Ewiger Gott, von dir erbitte ich das Gute, was ich brauche, was hier auf der Erde so dringend nötig ist. Was für eine kraftvolle Haltung: der Engel steht fest in der dunklen Erde. Markig bohren sich seine Beine in den Grund. All das Positive, was der Engel von Gott empfängt, gibt er weiter, es strömt durch ihn hindurch. – Nun sehe ich auch, wie aufgewühlt die Erde ist. Braune Flecken oder Brocken treiben vorüber wie Wellen. Es ist ja auch eine Menge los in der Welt. An vielen Stellen brodelt es. Gut, wenn es Menschen gibt, die Gott um Segen für unsere Erde bitten. Damit das aufgewühlte Braun sich vom heilsamen Blau berühren lässt…
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